Willy Empacher
Gründer (1923, mit 21 Jahren). Pionier des Vakuumpressens von Zedernfurnier und des Kunststoffbootsbaus — sein Buch „Der Bau von Kunststoffbooten" wurde zum Standardwerk. Kaufte vorausschauend das Gelände am Rockenauer Ufer.
Von der Gründung 1923 in Königsberg über den Neuanfang am Neckar bis zum Carbon-Ultraleichtbau von heute — die Geschichte der Bootswerft Empacher ist die Geschichte des modernen Rennruderboots.
Willy Empacher gründet mit 21 Jahren seine Bootswerft in Königsberg (Ostpreußen) — der erste Auftrag: drei Segeljachten. In den 1930er-Jahren wächst der Betrieb zur größten deutschen Werft östlich von Berlin mit über 100 Beschäftigten: Motor- und Segeljachten, sogar Eissegler.
Die Familie flieht 1945 über den Wasserweg aus Königsberg und kommt 1947 ohne Besitz in Eberbach am Neckar an. Willy Empacher übernimmt die ehemalige Werft Seibert und beginnt mit Reparaturen und kleinen Neubauten.
1952 entsteht der erste Rennachter in Klinkerbauweise, 1953 das erste Sperrholz-Rennboot samt neuer Werkstatt an der Neckarstraße. 1956 baut Empacher — gemeinsam mit der BASF Ludwigshafen — den weltweit ersten Renn-Skiff aus Polyester.
Jochen Meißner gewinnt in Mexiko Olympia-Silber im Einer — in einem Empacher, entworfen von Dieter Empacher. Im selben Jahr eröffnet auf der Rockenauer Seite die erste Kunststoffboot-Fertigung unter Meister Leo Wolloner. Zuvor hatte Willy Empacher das Vakuumpressen von Zedernfurnier-Rennbooten perfektioniert.
Bei den Olympischen Spielen in München gewinnt der „Bulle-Vierer" (Vierer mit Steuermann) Gold — im ersten wettkampftauglichen Kunststoff-Wabenboot. Willy Empachers Buch „Der Bau von Kunststoffbooten" gilt als Standardwerk.
Hans Empacher — zuvor beim Luft- und Raumfahrtkonzern MBB — übernimmt die Geschäftsführung und bringt Aerospace-Kontakte in den Kunststoffbootsbau ein. 1977 wird die Holzwerkstatt neu gebaut, 1982/83 die Kunststoffabteilung samt Verwaltung erweitert, 1989/90 die heutige Kunststoffwerkstatt errichtet. 1983 wird Jürg Heckmann Produktionsleiter der Kunststoffwerkstatt.
Helmut Empacher (Wirtschaftsingenieur, TH Karlsruhe) wird 1987 Geschäftsführer. Mit Bundestrainer Ralf Holtmeyer und Onkel Dieter Empacher entsteht der revolutionäre Achter K82 — 1988 rudert Deutschland darin in Seoul zu Gold, dem ersten deutschen Olympia-Ruder-Gold seit 20 Jahren. 1988 steigt Rainer Empacher ein (Kundenbetreuung, Marketing, Regattaservice); ab 1996 bis zu seinem Tod 2018 ist er Co-Geschäftsführer.
Ende der 1990er entwickelt Empacher Flügelausleger aus Aluminium und Carbon. 1997 wird die zentrale Fertigung erweitert. 2008 fällt die Entscheidung: volle Spezialisierung auf Rennruderboote — Wanderboote und Polyestermodelle laufen aus.
2011 investiert die Werft in einen Autoklav für hochbelastete Carbon-Prepreg-Bauteile (Flügelausleger, Stemmbretter, Rollsitze), 2020 folgt ein NC-Cutter für den steigenden Bedarf an Autoklav-Teilen.
Der Deutschland-Achter rudert am 18. Juni 2017 in Poznań die bis heute gültige Weltbestzeit im M8+: 5:18,68 — in einem Empacher.
Die Werft feiert ihr 100-jähriges Bestehen — mit rund 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, 75 % Exportanteil und Booten, die bei Weltmeisterschaften, Weltcups und Olympischen Spielen ganz vorne fahren.
Gründer (1923, mit 21 Jahren). Pionier des Vakuumpressens von Zedernfurnier und des Kunststoffbootsbaus — sein Buch „Der Bau von Kunststoffbooten" wurde zum Standardwerk. Kaufte vorausschauend das Gelände am Rockenauer Ufer.
Geschäftsführer ab ca. 1970 († 1996). Brachte MBB-Luftfahrt-Know-how in die Werft und baute die Kunststofffertigung massiv aus. Sein diplomatisches Wirken machte Bootsbauer zu anerkannten Partnern der Verbände.
Helmut Empacher (Geschäftsführer seit 1987) führt die Werft bis heute. Rainer Empacher († 2018) prägte als Co-Geschäftsführer Vertrieb und Regattaservice. Onkel Dieter Empacher (Schiffsbauingenieur, USA) unterstützt das Konstruktionsbüro bis heute mehrere Wochen im Jahr.
Rund 90 Menschen bauen in Eberbach Boote für die ganze Welt: eigene Schreinerei, Schlosserei und Laminierabteilung inklusive Autoklav. Das Konstruktionsbüro ist ganzjährig mit einem Ingenieur und einem Techniker besetzt — Trainer- und Athleten-Feedback fließt direkt in rund zwei neue Bootsformen pro Jahr.